Freitag, 21. März 2025

1. Die Entstehung der Biofilme verstehen- Biofilme sind Nistplätze für Legionellen

 

Die Entstehung der Biofilme verstehen

Der Biofilm ist ein lebender Organismus, dessen Wachstum mit Hilfe von Chlordioxidlösungen verhindert werden kann. Legionellen fühlen sich in Biofilmen wohl.

 Legionellen nisten bevorzugt in sogenannten Biofilmen. Ein Biofilm besteht zumeist aus gemischten Kolonien von Mikroorganismen (Bakterien, Algen, Pilze, Protozoen), die in einer organischen Masse (Schleim) eingebettet sind. Dieser Biofilm siedelt sich auf wasserführenden Oberflächen in Rohrleitungen oder Wasser/LuftGrenzschichten an.




https://www.igb.fraunhofer.de/de/forschung/biofilme-und-hygiene/biofilme-charakterisierung-und-vermeidung/biofilme.html

Biofilmbildung

Die Biofilmbildung erfolgt in mehreren Stufen. Sie ist nicht nur von der Art der Mikroorganismen und deren Eigenschaften abhängig, sondern wird auch von den Oberflächeneigenschaften der zu besiedelnden Materialien sowie den Umgebungsbedingungen beeinflusst. Hierzu zählen neben dem Nährstoffangebot auch Wassergehalt, Temperatur oder die Strömungsbedingungen. Bei der Entwicklung eines Biofilms heften sich zunächst die frei schwimmenden planktonischen Zellen an eine Oberfläche an. Bei diesem noch reversiblen Vorgang spielen Van-der-Waalsche Kräfte eine Rolle. Bei der darauf folgenden Entwicklung von Monolayern und Mikrokolonien vermitteln sogenannte Adhäsine die ersten Bindungen mit der Materialoberfläche. Dieser Vorgang ist nur bedingt reversibel. Der Schleim, der den Biofilm durchzieht und umgibt, basiert auf Polysacchariden, welche die Mikroorganismen selbst produzieren. Diese Struktur lässt sich auch durch kräftiges Spülen nicht mehr von der Oberfläche entfernen. Aus dem Biofilm werden einzelne Zellen freigesetzt, die sich wieder ansiedeln und einen neuen Biofilm bilden können.

In Biofilmen können Mikroorganismen nicht nur Nährstoffe akkumulieren. Sie bieten der Population auch Schutz vor chemischen und physikalischen Umwelteinflüssen wie Desinfektionslösungen oder Strahlung. Soll die Entwicklung von Biofilmen wirksam und nachhaltig vermieden werden, muss man bereits in einem sehr frühen Stadium der Biofilmbildung eingreifen

 

Wachstumsbegünstigende Faktoren sind: 

1.    Geringe Strömung oder Stagnation des Wassers

2.    optimale Vermehrungstemperatur, 

3.    nährstoffabgebender Untergrund (z.B. nicht geeignete Gummimaterialien), 

4.    nährstoffreiche Fördermedien und 

5.    raue Oberflächen. 

Die dichte Schleimschicht schützt die im Biofilm lebenden Mikroorganismen vor verändernden Umweltbedingungen. So hat eine kurzzeitige Desinfektion des Rohrleitungssystems bei einem Sanierungsfall meist nicht lange Bestand. Der oberste Bereich des Biofilms wird zwar zerstört, doch wächst nach kurzer Zeit der Biofilm wieder auf. 

Um die hygienische Sicherheit von Trinkwasser nachhaltig zu gewährleisten, muss die Entstehung von Biofilmen in Installationssystemen verhindert, bzw. bereits aufgewachsene Biofilme inhibiert oder beseitigt werden. 

s.a. https://de.wikipedia.org/wiki/Biofilm#:~:text=Der%20Biofilm%20enth%C3%A4lt%20au%C3%9Fer%20den,und%20andere%20Substanzen%20gel%C3%B6st%20sind.


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